Auf Reisen

Wie urlauben? Zu Haus? Oder doch lieber Neuseeland? Die unruhigen Studentenzeiten sind vorbei, von berufswegen durfte ich verschiedene Ecken der Welt kennenlernen, zugegeben, ich werde anspruchsvoller (nöliger) bzgl. meines Schlafes. Vor Ärzten, die sich ständig Nachtdienste um die Ohren schlagen und am nächsten Tag bei Verstand und voller Verantwortung ihren Job tun müssen, wächst meine Hochachtung ins Unermessliche.

Also. Schlaf ist wichtig, gutes Essen ein weiterer Schwerpunkt, die Möglichkeit abseits der Wege zu radeln, wäre auch noch schick.

Hier ein Vorschlag mit mindestens zwei von drei Punkten auf der gerade angeführten Skala:

Al Tezzon

Zwischen Venedig, Padua und Vicenza verstehen sich die Wirtsleut‘ auf beste Risotti, mit etwas Glück landet ein Stück Chianina auf dem Teller.

Im dem Hotel angegliederten Restaurant wurde recht gut gekocht, der Service allerdings war unerträglich arrogant. Schade. Kenn‘ ich aus der deutschen Sterneszene gar nicht mehr. Ein netter Zug war -für die Lieblinge des Oberkellners reserviert- der Empfang im Vorraum mit einem Schluck Prosecco und einem Stück Grana. Der aromatische Hartkäse wurde kurz vorher aus der Käsetrommel herausgebrochen und als etwa daumengrosses Stück mit dem Messer aufgespiesst jedem genehmen Gast dargeboten. Ich gehörte nicht dazu. Ein Stückchen Käse hab‘ ich mir unbeobachtet beim ‚rausgehen erschlichen. Als Forschungsobjekt sozusagen.

Die italienische Küche fasziniert mich durch ihre Reduktion auf’s Wesentliche. Einfachste Verfahren, klare Aromen, wenige Zutaten. Das Rezept passt auf den berühmten Bierdeckel, während der Franzose Romane darüber schreibt, ohne dass es deutlich besser würde. Hier und jetzt ein Norditalienischer Standard: als Primo Piatto ein Steinpilzrisotto, dann Bistecca di Manzo (Rumpsteak, vorgeschnitten) mit Gemüsebeilage, schliesslich zum (hier sehr mäßigen) Espresso ein paar süße Kleinigkeiten. Das Risotto war excellent und mit einer sehr hohen Steinpilzdichte, das Gemüse gut, weil aromatisch und auf den Punkt gegart, der Rest eher nicht erwähnenswert. Im Hotel würde ich wieder übernachten, für das Restaurant allerdings Alternativen suchen, es sei denn, ein Risotto reicht aus.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

You May Also Like
Mehr Lesen

20m weiter zum Bad

Auswirkung meiner Abneigung gegen den arroganten lokalen Gasversorger und seinen mir widerwärtigen Kunden“service“: Das Haus geht strammen Schrittes…
Mehr Lesen

Bizerba abgefackelt

Mein Brot schneid‘ ich per Hand. Es ist für mich -insbesondere bei Selbstgebackenem- ein quasi heiliger Akt. Dennoch…