Sogenannte Fachzeitschriften

Feb 10, 2013 4 Comments by

Wenn ich mich überwinde, einen -für mein Empfinden- teuren Feinschmecker oder eine Effilee oder Beef! ehrlich und von meinem Geld bezahlt mit nach Hause zu nehmen, erwarte ich, dass die Verfasser der Artikel ihre Machwerke nicht nur auf Schönheit (nach Ermessen des Schreibers) dengeln. Ich wünsche mir zunächst fachliche Korrektheit und Tiefe.
Wenn dann noch sinnliche Formulierungen, logischer Aufbau und ansprechende Bilder dazukommen -umso sympathischer.

Was wird geboten?
Dazu vorab eine Bemerkung:
Die Qualität der Promotion von Frau Schavan wird ständig mit der zu Guttenbergs verglichen. Als wäre die das Maß aller Dinge.
Es gibt sehr saubere Spielregeln (oberhalb der Ebene zu Guttenbergs), an die sich beide nicht gehalten haben und jeder der Fälle sollte sich an den für alle geltenden Spielregeln messen.
Ebenso wenig möchte ich hier die o.g. Zeitschriften miteinander vergleichen. Sondern nur mit meiner Erwartungshaltung. In Druckwerken dieser Preisklasse wünsche ich mir qualitativ hochwertige Informationen, die weit über durchschnittliche Artikel aus dem Netz hinausgehen. Ein Geisteswissenschaftler oder ein Koch oder ein Journalist (kurz: fachfremder Autor) sollte mit Vorsicht über technische oder naturwissenschaftliche Zusammenhänge schreiben. Das geht häufigst vor den Baum und ist für den etwas beschlageneren Leser dieser Fachrichtung oft eine Zumutung.
Ferner halte ich Transparenz für wünschenswert:
Nähe zu Sponsoren: Kenntlich machen.

Was bekomme ich?
Nutzenseite:
Eine Menge Anregungen rund um die Kochwelt.
Oft brauchbare Rezeptideen.
Sollseite:
bei 2 der drei o.g. Zeitschriften (Feinschmecker, Beef!) ganz viel Falschinformation, Geschreibsel um der Wirkung Willen, Arroganz ohne Ende. Stammtischparolen, platte Bestätigung von Vorurteilen. Schlecht recherchierte Artikel, die trotz hochtrabender Ankündigungen, schöner Photos nicht mehr sind als das gut funktionierendes Heissluftgeschwalle vermeintlich besserer Verkäufer.
Gerade die Beef! ist grandios in dieser Disziplin. Du blätterst flüchtig in der aktuellen Ausgabe, siehst tolle Photos von guten Espressomaschinen auf einer stattlichen Seitenzahl und erwartest einen sachlich korrekten, aus neutraler Warte wertenden Grundlagenartikel.
Übrig bleibt ein latenter Brechreiz bei anhaltender, tiefer Enttäuschung.
Das Abo der Effilee hab’ ich im Affekt nach dem Lesen eines Messerschleifartikels gekündigt.
Dennoch ist sie mir die Liebste unter den Genannten. Und wenn ich mich beruhigt habe, werde ich sie auch wieder regelmäßig lesen.
Der Feinschmecker lässt sich nach meiner Einschätzung sehr kurz charakterisieren:
Unendliche Arroganz gepaart mit fachlichen Schwächen.
Die Schönen und Reichen werden bedacht.

gescheiterter Versuch Franzbrötchen:

Ich hatte noch ein Stück reifen Hefeteig in der Ecke liegen.
Und am heutigen Mittagstisch kursierte eine Vokabel: Zimt!

Das reichte aus für folgende Kurzschlußhandlung:

Teig ausrollen, Butter schmelzen, reichlich Zucker und Zimt dazu.
Dünn (3mm) ausgerollten Teig damit bestreichen, aufrollen, nach Art eines Pain d’ Epi (zu sehen ab ungefähr der Hälfte des Videos -wen nur das Einschneiden interessiert) einschneiden und legen.
Bei 180°C Ober-/Unterhitze 35 min backen.

Sinnvoll ist, einen reicheren (Zucker, Ei, Butter) Hefeteig mit weniger Salz zu wählen, als es mir heute passiert ist.
Das Gebäck wird zarter, bekommt einen für Plunder angenehmeren Biß und einen volleren Geschmack.
Also: Kein Brotteig für Plundergebäck!
Auch nicht im Notfall.
Immer besser erst denken.
Deshalb: Keine Wertung, kein detailliertes Rezept.

Franz1

Franz1

ZimtZuckerButter1

ZimtZuckerButter1

ZimtZuckerButter

ZimtZuckerButter

Franz10

Franz10

Franz8

Franz8

Franz6

Franz6

Franz5

Franz5

Franz4

Franz4

Franz2

Franz2

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4 Responses to “Sogenannte Fachzeitschriften”

  1. Jutta says:

    Das mit dem flüssigen Butter-Belag sieht nicht gut aus :-(

    Ich könnte auch noch mit einem Hefeteig-Rezept dienen:

    http://schnuppschnuess.typepad.com/manzfred/2008/03/hamburger-franz.html

    Ich kaufe die Zeitschriften übrigens nicht – da ist beim Preis bei mir die Schmerzgrenze erreicht.

    • schelli says:

      Liebe Jutta,
      die Butter, die Du meinst, ist glaub’ ich verflüssigter Zucker, an der Karamell-Grenze, davon war zumindest gefühlt, deutlich mehr im Rezept. Dein Rezept ist ja richtig Anwender-freundlich! Mit etwas Zeit werde ich Deins und Suses (http://hundertachtziggrad.blogspot.de/2010/01/wer-hats-erfunden-naturlich-die.html) parallel zubereiten und vergleichen.
      Deinen Hinweis auf die Kosten der Zeitschriften halte ich für ausgesprochen gut!
      Bloggende Leser könnten den einen oder anderen (guten) Artikel zu einem noch besseren verarbeiten und veröffentlichen.

  2. Suse says:

    Oh je ;o)
    Vielleicht findest du hier (http://hundertachtziggrad.blogspot.de/2010/01/wer-hats-erfunden-naturlich-die.html) fürs nächste Mal ein wenig Inspiration.

    • schelli says:

      Oh Suse,
      wunderbar! Ich danke Dir für die Anregung…und probiere es auf Deine Weise. Auch wenn die Blätterteigbereitung gewisse Lustlosigkeit hervorruft.
      Herzlichst
      Schelli

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